Projektinformation
Titel: Erinnerung verbindet
Projektpartner: Stadt Seelow (Mark) – Lead Partner
Gemeinde Słońsk (PL)
Städtisches Museum Viadrina Frankfurt (Oder)
Geschichts- und Heimatverein Gusow-Platkow e.V. / Geschichtsstation Seelow (Mark)
Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. (assoziierter Partner)
Programm: Kooperationsprogramm Interreg VI A Brandenburg – Polen 2021-2027
Projektlaufzeit: 30 Monate (09/2024 – 02/2027)
Projektbudget: 729.045,18 € Förderung (911.306,49 € Gesamtbudget)
Projektbeschreibung
Die Grenzregion des Fördergebiets Brandenburg-Lubuskie verfügt über eine einzigartige und vielschichtige Geschichte, die bis heute das deutsch-polnische Verständnis und die gegenseitigen Beziehungen der Nachbarländer stark beeinflusst. Die gemeinsame Herausforderung liegt u.a. darin, diese Geschichte gegenseitig anzuerkennen, sie für kommende Generationen nachvollziehbar zu bewahren und zu präsentieren sowie Spielraum und Respekt für die jeweilige Perspektive und individuelle Interpretation zu öffnen.
Mit dem Interreg VA Projekt „Stätten der Erinnerung Oder-Warthe“ wurde unter Leitung der Stadt Seelow von 2019 bis 2024 die konzeptionelle Basis für eine
MULTIPERSPEKTIVISCHE ERINNERUNGSLANDSCHAFT Oder-Warthe
gelegt. Kern ist die touristische Dachmarke „Erinnerung verbindet“ Oder-Warthe, welche Erinnerungsorte beiderseits der Grenze verknüpft und die einzigartige Geschichte der Region aus verschiedenen Perspektiven präsentiert, getragen durch das gleichnamige Netzwerk.
Das neue Förderprojekt „Erinnerung verbindet“ stärkt das junge Netzwerk. In grenzübergreifender Kooperation werden zwei Erinnerungsthemen mit besonderer Bedeutung für die Region inhaltlich vertieft und bildungstouristisch erlebbar gemacht:
- 900 Jahre Bistum Lebus
(Gegründet 1124/25 auf Initiative polnischer Herrscher beiderseits der mittleren Oder, beeinflusste es für lange Zeit die Entwicklung der Region. Spuren finden sich an vielen Orten, wie Frankfurt (Oder), Gorzów Wielkopolski, Ośno Lubuskie, Lebus oder Fürstenwalde.) - Westverschiebung Polens: Vertreibung-Zwangsmigration-Kulturverlust 1945.
1945 führten die Ereignisse zum Ende des Zweiten Weltkriegs und die Westverschiebung Polens zu fundamentalen Veränderungen in der Region, die ebenfalls bis heute nachwirken.
Das Projekt legt dabei großen Wert auf die gegenseitige Perspektive und Interpretation der historischen Ereignisse, um so ein besseres gegenseitiges Verständnis, Offenheit und grenzübergreifenden Dialog zu erzeugen und das Bewusstsein für das gemeinsame kulturelle Erbe zu stärken.
Im Projekt realisiert wird u.a. eine deutsch-polnische Fachtagung zur Präsentation von Forschungsergebnissen im Zusammenhang mit dem 900. Gründungsjubiläum des mittelalterlichen Bistums Lebus.
Ein Symposium „Vertreibung, Zwangsmigration, Kulturverlust 1945“ lädt internationale Experten zum Erfahrungs- und Fachaustausch, um Interpretationsrahmen, Grundlagen und Handlungsempfehlungen herzuleiten, die in die Umsetzung der bildungstouristischen Angebote einfließen sollen.
Eine Fachkonferenz „Netzwerk Erinnerung verbindet Oder-Warthe-Region – Effekte für die regionale Tourismuswirtschaft“ soll die grenzübergreifenden bildungstouristischen Angebote einer breiten Interessengruppe vermitteln und regionale Akteure einbinden.
Die Gemeinde Słońsk errichtet mit Projektmitteln am Standort des ehemaligen deutschen Friedhofs Sonnenburg ein Lapidarium als neuen grenzübergreifend bedeutsamen Erinnerungsort, begleitet durch Studien, Workshops und Öffentlichkeitsarbeit. Słońsk setzt damit ein ganz besonderes Zeichen, indem deutsche Geschichte auf polnischem Boden bewahrt und erlebbar gemacht wird. Weitere Projektergebnisse sind neue Angebote für Bildungs- und Erinnerungstourismus, Ausstellungen, Publikationen, ein Film sowie Webinhalte.



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